Maschinenbau / Holzbearbeitung
Weinig prüft WOP-Programme mit CHECKitB4 vor dem realen Maschinenlauf
Weinig nutzt digitale Zwillinge von CNC-Maschinen, um werkstattorientierte Programme virtuell zu prüfen und die Prozesssicherheit im Shopfloor zu erhöhen.
Weinig Gruppe
Aufgabenstellung
WOP-Programme und Einzelteile sollten vor dem realen Maschinenlauf sicher geprüft werden, ohne Nebenzeiten und ohne Trial-and-Error an einer bereits belegten Maschine.
Lösung
Pimpel baute mit Weinig einen digitalen Zwilling der Kekeisen UBF 2500 auf und integrierte CHECKitB4 in Werkzeugverwaltung und Fertigungsdatenmanagement.
Kundennutzen
Mehr Sicherheit beim virtuellen Maschinenlauf, bessere Fertigungsunterlagen, weniger Fehler im Shopfloor und rund 35 Prozent mehr Produktivstunden im Vergleich.
Technischer Kontext
„Bei den Produktivstunden verzeichneten wir ein Plus um ca. 35 Prozent.“
Anwenderbericht
Mit vollem Vorschub prozesssicher voraus
Die Weinig Gruppe nutzt CHECKitB4, um NC-Programme nicht nur über eine klassische G-Code-Simulation zu prüfen, sondern auf einer lauffähigen virtuellen Maschine einzufahren. Für den Maschinenbauer aus Tauberbischofsheim ist das besonders wichtig, weil Massivholz- und Holzwerkstoffbearbeitung hohe Prozesssicherheit und vernetzte Abläufe verlangen.
Ausgangslage
Im Stammwerk stehen rund 50 Zerspanungsmaschinen unterschiedlichen Alters. Einige Bauteile werden weiterhin werkstattorientiert programmiert, obwohl die mittelfristige Strategie klar in Richtung CAM-Programmierung geht. Einfache Bauteile entstehen teilweise direkt an der Maschine, ohne zusätzliche Nebenzeiten zu erzeugen.
Pilotprojekt an der Kekeisen UBF 2500
Als Teststation wählte Weinig eine Kekeisen UBF 2500, auf der Schweißbaugruppen bearbeitet werden, die bereits eine lange Durchlaufzeit hinter sich haben. Fehler an dieser Stelle würden teuer. Ziel war es, die Fehleranfälligkeit der Programmierung direkt an der Maschine durch einen virtuellen Probelauf deutlich zu reduzieren.
Lösung mit CHECKitB4
Gemeinsam mit Pimpel wurde ein digitaler Zwilling der Maschine aufgebaut. Die CNC-Steuerung des virtuellen Systems entspricht der realen Maschinensteuerung. Der eigentliche Programmiervorgang blieb für die Maschinenbediener gleich. Neu war, dass Bauteilspannung, Rohteil und Maschinenlauf vorab virtuell geprüft werden konnten.
Integration in den Datenfluss
Weinig, Pimpel und Coscom schufen eine Direktverbindung von der WOP-Welt zum Fertigungsdatenmanagement und zur Werkzeugverwaltung. Ziel war nicht nur eine einfache Werkzeugdatenübergabe, sondern die CHECKitB4-Integration in die COSCOM ECO-Plattform.
Nutzen im Shopfloor
Der virtuelle Maschinenlauf brachte Sicherheit im Alltag. Fertigungsunterlagen können ohne Mehraufwand erzeugt und auf einem Tablet-PC an der Maschine bereitgestellt werden. Spannsituationen lassen sich aus verschiedenen Perspektiven betrachten, Elemente können gezoomt, ein- oder ausgeblendet werden.
Reality-Check statt Trial and Error
Weinig fertigt Kleinstserien und Einzelteile und kann sich keine Trial-and-Error-Arbeitsweise leisten. CHECKitB4 liefert eine genauere Absicherung als eine reine G-Code-Simulation, weil nicht nur Kinematik, sondern auch Steuerungsverhalten und Maschinenparameter berücksichtigt werden.
Ergebnis
Die Einführung von ESPRIT und CHECKitB4 zeigte Wirkung: Die Maschinenlaufzeiten erhöhten sich spürbar. Im Vorher-Nachher-Vergleich stiegen die Produktivstunden um rund 35 Prozent. Gleichzeitig werden Endschalterfehler, Verfahrbewegungen, Unter- und Obermaß sowie weitere maschinenspezifische Punkte vor dem realen Lauf sichtbar.
Ausblick
Weinig will digitale Zwillinge künftig stärker für die Ausbildung nutzen. Zusätzlich arbeitet das Unternehmen an AR-gestütztem Rüsten, bei dem in CHECKitB4 gespeicherte Rüstinformationen als virtuelles Modell genutzt und mit der realen Situation abgeglichen werden.